Rechter Influencer: Miró Wolsfeld, “Unblogd” und “Geblogd”

Der rechte Verschwörungsideologe und Youtuber Miró Wolsfeld hat nach der Youtube-Sperre seines Blogs Unblogd einen neuen Kanal gestartet: „Geblogd“. Die extreme Rechte arbeitet daran, ihm eine Reichweite zurück zu beschaffen, die der eines rechten #Influencer würdig ist.[1] Unter anderen bewirbt der antifeministische und rechte Autor Oliver Flesch und das extrem rechte Paywall-Netzwerk „1984“ (Lisa Lucentia, Chris Ares u.a.) ein neues Video.[2] Dabei war Wolsfeld nie offline, hatte sich auf die Video-Plattform Bitchute zurückgezogen. Wolsfeld war kürzlich Teil der AfD-Medienkonferenz in Berlin.[3]

Miró Wolsfeld aus Köln/Bonn hat seit 2015/16 eine Radikalisierung nach Rechtsaußen vollzogen. Er war früher aktiv bei der sogenannten Friedenbewegung und redete auf Montagsdemonstrationen und bei Köln spricht. Sich selbst bezeichnet er als Libertären und als Anarchisten und tritt damit für einen extremen Marktradikalismus ein. Auf seinen Blogs und Facebookseiten ruft Wolsfeld zu einer Vereinigung von Libertären mit der extrem Rechten auf. So gibt er in einer Vielzahl seiner Beiträge den extrem Rechten, vom Verfassungsschutz beobachteten, Identitären eine Plattform. Neben Interviews u.a. mit deren Chef Martin Sellner, postet er auch zahlreiche Solidaritätserklärungen mit Sellner.
Nach einem Anschlag in Münster gehörte er zu denjenigen, die Köln gegen Rechts zu Folge wider besseren Wissens versuchten diesen für politisch rechte Zwecke zu instrumentalisieren. Obwohl der Attentäter feststand, war auf seinen Seiten noch von einem „Kurden“ als Attentäter und anderen angeblichen Ungereimtheiten zu lesen.[4]
Als aus dem Umfeld des Hayeck Clubs eine Demonstration u.a. mit einem der Reichsbürger_innenszene nahestehenden Redner organisiert wurde, war Wolsfeld dabei und hielt sich im Umfeld Identitärer Aktivist_innen auf. Kölner Antifaschist_innen wertete dies als Versuch ein „zweites Pegida“ in Köln auf die Straße zu bringen. Dem Identitären Magazin „Arcadi“ aus Leverkusen gab er ein Interview und bewarb dieses wiederum über seinen Kanal. Online bewarb Wolsfeld den extrem Rechten Versand „Antikom“. „Im Angebot von Wendlandts „Antikom“-Versand befinden sich rechte Aufkleber und Buttons („FCK MRX“, „Nieder mit der roten Pest“, „Fight Commies“, „Love Football – Hate Communism“, „Antibolschewistische Aktion“ etc.). Auf der Homepage finden sich aber auch ein Video von Sticker- und Schmieraktionen sowie Aufrufe zu Aktivismus,“ so München Chronik.[5]

Quellen:
[1] lt. Social Blade hat Wolsfeld bei Youtube 1760 Abos [Stand: 21.01.2020)
[2] Tagsuche “miro-wolsfeld” auf der Website von “1984 Magazin” [zu Letzt besucht am 21.01.2020]. Da es sich um ein extrem rechtes Medienangebot handelt wird von einer direkten Verlinkung abgesehen.
[3] Bloggen für die AfD: Wolsfeld in Berlin: https://correctiv.org/faktencheck/hintergrund/2019/05/21/erste-konferenz-der-freien-medien-wie-die-afd-rechte-blogger-und-identitaere-in-den-bundestag-einlud  [zu Letzt besucht am 21.01.2020]
[4] Köln gegen Rechts: https://www.facebook.com/events/155940548389553/  [zu Letzt besucht am 21.01.2020]
[5] München Chronik: https://muenchen-chronik.de/14-januar-2018-rechtsradikale-aufkleber-flugblattverteilung-und-schmierereien [zu Letzt besucht am 21.01.2020]